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Mann beim Kochen in Küche

Fettleber und Diäten: Hilft das wirklich?

Ist die Diagnose einer Fettleber gestellt, fragen sich Betroffene oftmals, welche Behandlungsmaßnahmen helfen, um die Ausprägung der Fettleber zu verringern. Im ersten Schritt ist es wichtig, sich mit der Ernährung im Alltag auseinanderzusetzen. Denn die gezielte Ernährungsumstellung bei einer Fettleber kann helfen, die Beschwerden zu lindern, zu einer Genesung beitragen – oder sogar bereits präventiv eingesetzt werden.

Die Ziele einer Diät

  • Allgemein: Das körperliche Wohlbefinden steigern
  • Präventiv: Erkrankungen wie eine Fettleber vorbeugen
  • Im akut Krankheitsfall: Eine spürbare Linderung bis hin zur Genesung bei Krankheiten zu unterstützen.

Speziell bei einer Fettleber ist die Gewichtsabnahme meist unerlässlich. Besonders zur Verbesserung von Leberenzymen und Leberhistologie empfehlen Experten bei Übergewicht beziehungsweise Adipositas eine nachhaltige Gewichtsreduktion

Wir haben Informationen zu einem geeigneten Fettleber Diätplan zusammengestellt. Denken Sie jedoch daran: Ihre Gesundheitsgeschichte ist individuell und daher sollte auch Ihr Ernährungsplan auf Sie abgestimmt sein. Konsultieren Sie daher vor einer Ernährungsumstellung bei einer Fettleber Ihren Arzt oder einen Ernährungsberater!

Diät: Definition, Anwendung, Ablauf

Das Wort „Diät” ist in aller Munde – doch was versteht man unter einer Diät? Vielen ist nicht bewusst, dass der Begriff „Diät“ bestimmte Ernährungsweisen vereint. Darunter fallen unter anderem die Gewichtsabnahme, die Gewichtszunahme sowie das gezielte Vorbeugen oder Behandeln von Krankheiten durch die Ernährung – oder gegebenenfalls einer Ernährungsumstellung.  

Grundsätzlich unterscheiden sich Diäten von der üblichen Ernährung durch ihre Zubereitung, Menge und Zusammensetzung. Der Begriff leitet sich von dem griechischen Wort „δίαιτα” (gesprochen díaita) ab und bedeutet Lebensführung oder auch Lebensweise. 

Eine langfristige Gewichtsabnahme – oder Gewichtszunahme – und die Regulation des Gewichts basieren auf der Kombination folgender Faktoren:

  • Ernährungsumstellung durch beispielsweise einen Diätplan
  • Körperliche Aktivität
  • Bewusste Lebens- und Verhaltensänderung

Denn kommt eine Diät zum Einsatz, sollte die aktuelle Lebenssituation stets holistisch betrachtet werden und Einflüsse wie Stress, Ernährung, Schlaf und Routinen im Alltag innerhalb des Diätplans berücksichtigt werden.

Welche Gründe gibt es für eine Diät?

So sind die Gründe für eine Diät sehr unterschiedlich und können von einem allgemeinen gesünderen Wohlbefinden über ein besseres Aussehen bis hin zur Prävention oder Behandlung von Krankheiten wie einer Fettleber reichen. 

Wichtig ist jedoch, dass Diäten oder Ernährungsumstellungen den Körper nicht unter Stress setzen und von daher unter ärztlicher Beratung durchgeführt werden.

Ernährungsumstellung bei Fettleber: Was muss ich beachten?

Im Falle einer Ernährungsumstellung bei einer Fettleber ist die individuelle Beratung essentiell: Bevor Sie Ihre Ernährung umstellen, informieren Sie sich bei Ihrem Arzt oder Ärztin sowie ausgebildeten Ernährungsberater:innen. 

Was macht man bei der Ernährungsberatung?
Die Ernährungs-Expert:innen sagen Ihnen, worauf Sie persönlich achten sollten und wie Sie Ihre tägliche Energie- und Nährstoffzufuhr individuell anpassen können, damit die Umstellung nachhaltig ist. Im Falle einer Erkrankung wie einer Fettleber erstellen die Expert:innen einen Ernährungsplan auf Ihre Bedürfnisse. 

Wann macht eine Ernährungsberatung Sinn?
Vorab kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen eine passende Diät empfehlen, die beispielsweise bei Übergewicht, Untergewicht oder bestimmten Krankheiten – oder Beidem – erforderlich ist. Gerade im Falle einer Fettleber spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. 

Wie teuer ist eine Ernährungsberatung?
Die Kosten einer Ernährungsberatung können variieren. Einen Anteil der Kosten einer Ernährungsberatung übernehmen die meisten Krankenkassen. Je nach Kasse werden bis zu 85 Prozent der Kosten übernommen. Informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse. 

Wie erfolgt eine Ernährungsumstellung?
Nachdem die Expert:innen einen Eindruck Ihrer individuellen Situation und Bedürfnisse erhalten haben, erstellen Sie einen Ernährungsplan zur Ernährungsumstellung. Auf der Basis des Diätplans startet Ihre Reise in eine neue Ernährungsweise. 

Wie reagiert der Körper auf Ernährungsumstellung?
Die Reaktionen des Körpers auf eine Ernährungsumstellung sind sehr individuell. Wichtig ist, dass Sie sich und Ihren Körper gut beobachten und Veränderungen mit den Ernährungs-Expert:innen besprechen.

INFO-BOX: GEWICHTSMANAGEMENT
Nur durch die Kombination aus gesunder Ernährung, entsprechender Bewegung sowie angepasstem Verhalten ist ein Gewichtsmanagement erfolgreich und nachhaltig möglich!

Diät Arten: Welche Diät ist die richtige für mich?

Es existiert eine Vielzahl an unterschiedlichen Diät Arten und Konzepten zur Ernährungsumstellung. Wir haben Ihnen eine Übersicht einiger gängiger Diät-Formen zusammengestellt.

Vollkost: Nährstoffe und Energie

Die Vollkost ist eine Ernährungsweise, die den Bedarf an wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen deckt und berücksichtigt den Energiebedarf – also weder zu viel noch zu wenig Energie enthält. Darüber hinaus basiert die Vollkost-Diät zur Vorbeugung bestimmter Erkrankungen auf medizinischem Wissen – der Ernährungsmedizin. Eine Vollkost-Ernährung eignet sich grundsätzlich bei Lebererkrankungen wie einer Fettleber – sofern Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen keine andere Empfehlung ausspricht.

Bei dieser Ernährungsumstellung im Falle einer Fettleber spielt die Reduzierung der Fett- und Kohlenhydrate eine ebenso entscheidende Rolle wie der Energieverbrauch durch die Nahrungs-Energieaufnahme. Eine Vollkost sollte auf Ihre individuellen Ernährungsgewohnheiten abgestimmt sein sowie die Häufigkeit und Mengen Ihrer Mahlzeiten berücksichtigen und regulieren.

Eine Vollkost-Diät basiert auf folgenden Faktoren:

  • Erhöhter Verzehr von: natürlichen Ölen wie Rapsöl, Leinöl, Sojaöl oder Walnussöl, naturbelassenen Nüssen und Samen, ballaststoff- und wasserreichen Lebensmitteln.
  • Geringer Verzehr von: fettreichen tierischen Lebensmitteln.
  • Verzicht auf: zuckerhaltige und energiereiche Getränke, Fertiggerichte, frittierte Produkte, gehärtete Fette und Öle.

Wie sind die Erfolgsaussichten einer Vollkost-Diät bei einer Fettleber? Entscheidend ist, wie viel Energie Sie zu sich nehmen und wie viel Sie tatsächlich verbrauchen, denn im Falle einer Fettleber und dem Ziel einer Gewichtsreduktion ist das Energiedefizit ausschlaggebend.

Low-Carb: Fett- und eiweißreiche Diäten

Low Carb bedeutet wörtlich übersetzt „niedrige Kohlenhydrate“ und steht für eine Vielzahl von verschiedenen Diäten wie beispielsweise die Atkins-Diät, South Beach-Diät oder New York-Diät. Bei diesen Diätformen soll sich die Insulinausschüttung reduzieren und der Blutzuckerspiegel auf mittlerem Niveau einpendeln. Der Anteil der Kohlenhydrate ist in der Ernährung stark reduziert, dafür ist der Anteil eiweiß- und fettreicher Lebensmittel erhöht.

Besonders die Glyx-Diät und LOGI-Methode sind hier Diätformen, die den glykämischen Index (GI) berücksichtigen und versuchen den Blutzucker- und den damit verbundenen Insulinanstieg so niedrig wie möglich zu halten.

Eine Low-Carb Diät basiert auf folgenden Faktoren:

  • Erhöhter Verzehr von: eiweiß- und fettreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern, Milchprodukten, Vollkornprodukten, bestimmtes Obst und Gemüse.
  • Geringer Verzehr von: Nudeln, Reis, Kartoffeln.
  • Verzicht auf: kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Brot, zuckerhaltige Lebensmittel wie Süßigkeiten, ungünstige Fette oder Fastfood.

Nachhaltigkeit: Ihr Körper nimmt weniger überschüssige Energie auf. Zudem schwindet das Heißhungergefühl, denn die Insulinausschüttung reduziert sich mit dieser Ernährungsweise und der Blutzuckerspiegel pendelt sich auf mittlerem Niveau ein.

Mediterrane Kost: Die Mittelmeer- oder Kreta-Diät

Die Mediterrane Kost ist eine Ernährungsform für jeden Tag und keine zeitliche begrenzte Diät. Die Übersetzung des Begriffes „Diät“ mit Lebensweise passt daher für die Esskultur des Südens sehr gut. Die traditionelle Mittelmeerküche ist leicht verdaulich und einfach zuzubereiten.

Die mediterrane Kost basiert auf folgenden Faktoren:

  • Erhöhter Verzehr von: Fisch, Fleisch, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen, Olivenöl, fermentierten Milchprodukten.
  • Geringer Verzehr von: rotem Fleisch, Milchprodukten, Eiern.
  • Verzicht auf: Wurstwaren, Fertigprodukten.

Nachhaltigkeit: Ausschlaggebend für den Erfolg dieser Ernährungsform ist, wie und in welcher Menge Sie die verschiedenen Lebensmittel kombinieren. Diese Ernährungsform ist reich an Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen sowie guten Fettsäuren – zudem zeichnet sie sich durch die geringe Aufnahme an Cholesterin aus.

Diäten mit Fokus auf Stoffwechsel-, Immun- oder Allergie-Reaktionen

Es gibt verschiedenste Diätformen, die beispielsweise den Stoffwechsel aktivieren oder verändern sollen. Andere wiederum konzentrieren sich auf mögliche Lebensmittelunverträglichkeiten und eliminieren diese vom regulären Speiseplan.

Trennkost-Konzepte

Schwerpunkt einer lakto-vegetarischen Ernährung ist, dass eiweiß- und kohlenhydratreiche Lebensmittel getrennt voneinander gegessen werden. Viele dieser auch heute noch angewendeten Konzepte sind inzwischen (von neuen Erkenntnissen) allerdings überholt.

Schnell- oder auch Crash-Diäten

Schnell und viel in kurzer Zeit abnehmen: Hier überwiegen die kritischen Bewertungen wegen negativer Folgen wie Jojo-Effekten, Heißhunger-Attacken und Mangel-Erscheinungen.

Kurzfristige Mode-Diäten

Mode-Diäten entwickeln sich oft schnell aus Abnehm-Methoden von Prominenten. Kritisch zu betrachten sind hierbei oft fehlende Langzeitstudien.

INFO-BOX: TIPPS ZUM GESUNDEN ABNEHMEN
– Kombinieren Sie Ihre Ernährungsumstellung mit Bewegung und Sport.
– Wählen Sie ein für Sie passendes Konzept.
– Planen Sie Ihren Gewichtsverlust oder auch Gewichtsstabilisierung nachhaltig.
– Gehen Sie die Ernährungsumstellung langsam, dafür aber bewusst an.
– Essen Sie mit Genuss und mit Zeit (und in Ruhe).
– Essen Sie bewusst (Wissen, was für Nährstoffe wo enthalten sind).
– Wenn Sie sündigen, machen Sie es bewusst, in Maßen und mit Freude.
– Lassen Sie sich beraten (Arzt, Ernährungsberater, Apotheker, Verband).

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